Die CDU-Fraktion im Regionalrat Düsseldorf will die Landschaft am Niederrhein vor weiteren negativen Folgen der Rohstoff-Gewinnung schützen und außerdem in den Wäldern keine neuen Windräder zulassen. Zudem soll den Braunkohle-Regionen zur Gestaltung des Strukturwandels ein Mehrbedarf an Gewerbeflächen zugestanden werden. Das geht aus einem Antrag hervor, den die Christdemokraten gemeinsam mit FDP und Freien Wählern erfolgreich eingebracht haben, als es um eine Stellungnahme zum neuen Landesentwicklungsplan (LEP) ging.

Wenn’s ums Rheinische (Braunkohle-) Revier geht, will die Regionalrats-CDU neuen Chancen Tür und Tor öffnen. „Es kann nicht nur darum gehen, Konzepte für die Nachfolgenutzung von Flächen zu planen, die für Bergbau oder Stromerzeugung benötigt werden. Vielmehr muss das Hauptaugenmerk darauf liegen, dass die Versorgung mit Elektrizität insbesondere für die energieintensiven Industrien wie die Chemie- und Aluminiumindustrie rund um die Uhr und zu auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähigen Preisen sichergestellt ist“, so Fraktionschef Hans Hugo Papen. Zudem müssten zur Vermeidung von Strukturbrüchen kurzfristig Grundstücke für die weitere wirtschaftliche Entwicklung zur Verfügung gestellt werden, da die derzeit noch vom Bergbau oder von der Stromerzeugung genutzten Areale erst mittel- bis langfristig bereitstünden.


Auch beim Thema „Windkraft“ lässt die Union keinen Zweifel an ihrem Gestaltungswillen: „Die Eingriffe in Flora und Fauna durch die Installation von Windenergieanlagen im Wald sind nicht vertretbar. Und die Auswirkungen auf die Natur sind anders als bei Anlagen auf dem offenen Land noch nicht hinreichend erforscht“, ist Fraktionsgeschäftsführer Dirk Brügge überzeugt. Es könnten sich Fehler wiederholen, die man früher bei Windparks auf den Feldern gemacht habe, als man Anlagen an Orten erlaubte, die nach heutigen Erkenntnissen tabu wären. Außerdem seien die Eingriffe bei Windrädern im Wald deutlich größer als bei Anlagen auf Freiflächen.

Bei der Rohstoff-Gewinnung tritt die CDU ebenfalls zugunsten des Landschaftsschutzes auf die Bremse. „In der Planungsregion Düsseldorf kommt die Rohstoffgruppe Kies/Kiessand fast überall vor. Das Vorsehen von Reservegebieten für die langfristige Rohstoff-Sicherung wird daher als nicht zwingend erforderlich erachtet“, so Manfred Läckes und Michael Müller, die stellvertretenden Vorsitzenden der Regionalratsfraktion.

Die Steuerung der Abgrabungstätigkeit über Vorranggebiete habe sich dagegen sehr bewährt. Sie erlaube die per se konfliktträchtige Nutzung in möglichst konfliktarme Bereiche zu lenken. „Die Regionalplanung muss hier ihre originäre Zuständigkeit weiterhin wahrnehmen“, sind sich die Politiker einig. Sie wehren sich auch gegen die Anhebung der Versorgungszeiträume von 20 auf 25 Jahre bei sogenannten Lockergesteinen: „Das würde bedeuten, dass bei der Fortschreibung des LEP-Kapitels für die Rohstoffgruppe Kies/Kiessand bis zu 310 Hektar mehr an Bereichen für die Sicherung und den Abbau oberflächennaher Bodenschätze dargestellt werden müssten als nach dem aktuell gültigen LEP.“

Vor dem Hintergrund der historischen Belastung der Planungsregion durch die Rohstoff-Gewinnung am Niederrhein in den letzten Jahrzehnten, dem damit einhergehenden dauerhaften Verlust an Landfläche und den entsprechenden Konflikten und Belastungen für Bevölkerung und Landwirtschaft sei die Erhöhung der Versorgungszeiträume abzulehnen. Die Abgrabungsunternehmen hätten auch so „eine mehr als hinreichende Planungssicherheit“.

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