Auf der Standortsuche für den umstrittenen Strom-Konverter im Rhein-Kreis Neuss ist eine gewissenhafte Abwägung nötig, die auch gerichtsfest ist. Diese Auffassung vertritt die CDU-Fraktion im Regionalrat Düsseldorf, der gerade die Konzeption zur Rohstoffsicherung diskutiert hat. Damit verbunden ist auch die sogenannte Dreiecksfläche in Kaarst, die für den Kiesabbau vorgesehen ist, auf der der Netzbetreiber Amprion aber den Konverter errichten. möchte.  

   „Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat soeben auf Klagen von Anwohnern und eines kommunalen Unternehmens den Planfeststellungsbeschluss für eine Höchstspannungsfreileitung im Bereich der Stadt Hürth für rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt. Das macht deutlich, weshalb eine saubere Abwägung so wichtig ist“, sagt CDU-Fraktionschef Hans Hugo Papen. Rückendeckung erhält die Union von einem renommierten Juristen und einer Bürgerinitiative. 

   „Man kann es nicht oft genug sagen, aber nicht der Regionalrat entscheidet über den Konverter-Standort, sondern Amprion und die Bundesnetzagentur sind am Zug, wenn’s um die endgültige Festlegung geht“, erklärt Dirk Brügge, der Geschäftsführer der Regionalrats-CDU. Amprion müsse eine abgewogene Entscheidung treffen, die alle möglichen Standorte betrachte. 

   „Wir begrüßen, dass Amprion sich erstmals intensiver mit der sogenannten Fläche II zwischen Meerbusch und Kaarst beschäftigt. Allerdings geschieht dies noch nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit“, so das aus dem Rhein-Kreis Neuss kommende Regionalratsmitglied Thomas Welter, „denn sowohl das Standortgutachten als auch die Antwort von Amprion auf die Fragen des Regionalrats enthält innere Widersprüche und prüft – Annahmen und Behauptungen benutzend – die einzelnen Standorte nicht stringent durch.“ So wird, da ist sich die Fraktion sicher, Amprion erneut vor Gericht Schiffbruch erleiden. „Dies können wir uns aber nicht leisten, wenn die Energiewende gelingen soll“, so Brügge. 

   Vor der Regionalratssitzung hatte bereits Professor Dr. Wolfgang Ewer, von der Stadt Kaarst beauftragter Fachanwalt für Verwaltungsrecht, in einem elfseitigen Gutachten deutlich Stellung bezogen. „Zusammenfassend kann ich festhalten, dass die Antworten der Amprion GmbH die Fragen des Regionalrats nur unzureichend beantworten und insbesondere die im Fragenkatalog des Regionalrats auch durchscheinenden rechtlichen Bedenken... nicht widerlegt“, schreibt der Jurist. Die grundsätzliche Kritik an den inneren Widersprüchen und den nicht sachgerechten Bewertungskriterien im Standortgutachten habe Amprion „nicht aufzulösen vermocht“. 

   Dennoch hat der Regionalrat mit den Stimmen von CDU und FDP/Freie Wähler die Verwaltung beauftragt, die Konzeption zur Rohstoffsicherung im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit den beabsichtigten Änderungen des Landesentwicklungsplans im Bereich der Rohstoffsicherung und der Energiewende zu überprüfen und, falls erforderlich, mit ersten Vorarbeiten für eine Gesamtfortschreibung des Konzepts zu beginnen. „Der Regionalrat hat also seine Hausaufgaben gemacht. Wir hoffen, das Amprion nun endlich die ihren erledigt und das Schwarze-Peter-Spiel beendet“, so Papen. 

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