Die zweite Regionalplan-Änderung, die den Kreis Kleve betrifft, stellt einen wichtigen Beitrag zur flächensparenden und bedarfsgerechten Siedlungsentwicklung dar. Zu diesem Schluss kommt die CDU-Regionalratsfraktion, nach dem der Planungsausschuss grünes Licht für das Projekt gegeben hat. In Geldern, Kevelaer, Uedem und Wachtendonk werden neue Industrie- und Gewerbeflächen dargestellt, in Straelen dagegen weicht eine ursprünglich vorgesehene Wirtschaftszone einem Freiraum- und Agrarbereich. „Dadurch werden grundsätzliche, positive Auswirkungen auf die Umwelt ermöglicht“, so Fraktionschef Hans Hugo Papen aus Rheurdt.


„Der Klimawandel und seine Folgen sind ein Thema, mit dem wir uns intensiv auseinandersetzen. Die Regionalplanung kann hier aufgrund ihrer Aufgabe, das Land in Siedlungsraum und Freiraum einzuteilen, einen grundlegenden Beitrag leisten“, ergänzt Dirk Brügge, der Geschäftsführer der Regionalrats-CDU. So würden bewusst sensible Räume wie Frischluftschneisen oder Überschwemmungsgebiete als Freiraum gesichert beziehungsweise, wenn möglich, zurück in Freiraum überführt.


Hannes Selders aus Kevelaer, sachkundiger Bürger der Union im Regionalrat, hob nach dem Beschluss im Planungsausschuss die Bedeutung des sogenannten Virtuellen Gewerbeflächenpools im Kreis Kleve hervor. „Dabei handelt es sich um ein Modellprojekt zur Stärkung einer nachfrageorientierten statt angebotsorientierten Planung von Bauflächen, das wir 2011 auf den Weg gebracht haben und das sich sehr bewährt hat“, betont der Politiker, der von „interkommunaler Zusammenarbeit par excellence“ spricht.


Zu Beginn des Klever Modellprojekts wurden 190 Hektar Bauflächen im Regionalplan und in den Flächennutzungsplänen aufgehoben und als Freiraum dargestellt. Diese Zahl bildete die Startgröße für den Pool und wird in einem Flächenkonto erfasst, das den Städten und Gemeinden für eine bedarfsgerechte Entwicklung zur Verfügung steht. „Bei der Planung von Bauland für Gewerbe werden diese Flächen aus dem virtuellen Konto abgebucht. Außerdem können Grundstücke wieder eingebucht werden, wenn zum Beispiel nicht umsetzbare Areale aufgehoben und erneut als Freiraum dargestellt werden“, heißt es. Es ist eine zentrale Voraussetzung des Gewerbeflächenpools, dass die geplanten Bauflächen an den bestehenden Siedlungsraum angrenzen. Die Planung von Gewerbeland steht unter anderem unter der Voraussetzung, dass eine konkrete Anfrage eines Betriebs zur Erweiterung oder Ansiedlung vorliegt.

Die CDU-Fraktion im Regionalrat Düsseldorf möchte den Regionalplan in Sachen „Windkraftanlagen“ unverändert lassen. Damit bleiben sogenannte Vorrangbereiche von 2265 Hektar im Regierungsbezirk bestehen. „Die Festlegung von Standorten nach einheitlichen Kriterien ist positiv für die Akzeptanz der Bevölkerung. Und ohne eine Änderung schaffen wir auch keine zusätzlichen Planungsunsicherheiten bei Kommunen und Investoren“, so Fraktionschef Hans Hugo Papen nach einer Klausurtagung der Politiker, an der auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der Vorsitzende des Regionalrats, teilnahm.

„Wir sind jedenfalls nicht die Bremser der Energiewende. Keine Stadt und keine Gemeinde, die größere Vorrangzonen ausweisen möchte, ist daran gehindert, über die in unserem gewissenhaft erarbeiteten Regionalplan dargestellten Flächen hinaus zu planen“, so Papen. Einen Seitenhieb auf die Grünen wollte er sich nicht verkneifen: „Sie sind einerseits für neue Windräder, aber andererseits auch für den Schutz des Landschaftsbilds sowie der Vögel und Insekten, die durch die Windräder gefährdet sind. Da ist ein gewisser Zwiespalt nicht von der Hand zu weisen.“

Dirk Brügge, der Geschäftsführer der Unionsfraktion, sieht in einem Verzicht auf eine Regionalplan-Änderung viele Vorteile: „Dadurch bekommen wir Klimaschutz, Energiewende und die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger unter einen Hut und haben zudem die Unterstützung durch Bundes- und Landesregierung.“ Sollten sich die Rechtsprechung oder die Regelungen im Baugesetzbuch ändern, müsse das Thema in ein, zwei Jahren noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Hintergrund ist unter anderem die Tatsache, dass in den Regionalplänen Waldgebiete festgelegt sind, in denen eine Inanspruchnahme durch entgegenstehende Nutzungen wie den Bau von Windkraftanlagen ausgeschlossen ist. „Ausnahmen gibt es aber, wenn es den Kommunen außerhalb ihrer Wälder nicht gelingt, der Windkraft-Erzeugung substanziellen Raum zu verschaffen“, erklärt Manfred Läckes, der stellvertretende Vorsitzende der Regionalrats-CDU.

Darüber und über andere Details werde vermutlich bald das Oberverwaltungsgericht entscheiden. Eines sei jedoch klar: „Es gibt kaum einen solch dicht besiedelten Raum wie die Rheinschiene, und da kann man nicht die gleiche Dichte von Windrädern verlangen wie in den oftmals menschenleeren Weiten Brandenburgs.“ Auch die Möglichkeit, den durch die Windkraft erzeugten Strom zu speichern, wurde bei der Tagung der Christdemokraten gesprochen. „Die derzeitigen Speicherkapazitäten haben eine Größenordnung wie im Laborbetrieb, wir brauchen aber Speicherkapazitäten im industriellen Maßstab. Und die sind noch nicht in Sicht“, hieß es.

Die erste Änderung des Regionalplans Düsseldorf soll für mehr Wohnbauland am Rhein sorgen und findet die uneingeschränkte Zustimmung der CDU im Regionalrat. „Wir stellen uns der sozialpolitischen Verantwortung, das Menschenrecht auf Wohnen zu gewährleisten und haben dies in einen guten und vernünftigen Ausgleich mit den Belangen der Landwirtschaft und des Natur- und Klimaschutzes gebracht“, so Fraktionschef Hans Hugo Papen. In einer Sondersitzung des Planungsausschusses wurde der Beschlussvorschlag der Bezirksregierung gegen die Stimmen der Grünen und mit den Stimmen von CDU, FDP/FW und SPD gutgeheißen. „Das Geschäftsmodell der Grünen im Regionalrat, gegen alles zu sein, ist verantwortungslos und nicht unsere Politik. Wir sind für die Menschen da“, betont Papen.

Der Planungsausschuss erklärte sein Einverständnis, dass die zweite Offenlage des Konzepts gemäß dem Vorschlag der Verwaltung erfolgt. „Aus der Öffentlichkeit sind etwa 450 Stellungnahmen eingegangen, hinzu kamen noch einmal 120 Stellungnahmen der Verfahrensbeteiligten“, berichtet Dirk Brügge, der Geschäftsführer der Regionalrats-CDU, der von „einem fairen Kompromiss“ spricht, der „die Tore weit, aber verantwortungsbewusst öffnet für die dringend benötigte Schaffung neuen Wohnraums“.

Der Beschluss des Planungsausschusses tangiert zahlreiche Städte und Gemeinden.

In Düsseldorf beispielsweise soll das geplante Neubaugebiet im Stadtteil Hamm „im Verfahren dargestellt werden“, wie es in der Vorlage der Verwaltung für die zuständigen Politiker heißt. „Die vorgetragenen Bedenken können im Rahmen der Bauleitplanung gelöst oder zumindest hinreichend abgemildert werden“, begründen Manfred Läckes und Michael Müller, die stellvertretenden Vorsitzenden der CDU im Regionalrat, ihr Votum.

Im Gegenzug wurden andere ursprünglich geplante Wohngebiete wegen angrenzender Waldflächen reduziert beziehungsweise ganz aufgegeben: etwa am Kalkumer Schloss („aufgrund des vorhandenen Denkmalbereichs“), in Lörick und Heerdt („aufgrund der abweichenden Nutzungsabsichten der Stadt als Naturerlebnisraum“) sowie in den Bereichen Knittkuhl, Grafenberg und Hubbelrath („wegen der fehlenden Verkehrsknotenpunkte“).

Im bisherigen Verfahren hatte die Regionalplanung neben zwei Flächen in der Stadt Krefeld für den regionalen Bedarf verschiedene Bereiche für den lokalen Bedarf als Neudarstellung eines allgemeinen Siedlungsbereichs vorgesehen. Aufgrund vielfältiger Rückmeldungen zu unberücksichtigten Innenpotenzialen fand jedoch eine Überprüfung der bauleitplanerischen Chancen statt. Ergebnis ist, dass bisher noch nicht im Siedlungsmonitoring erfasste Reserven in aktuellen Bebauungsplänen (etwa 1500 Wohneinheiten) bestehen. Die Krefelder Bedarfsbilanz ist damit ausgeglichen und eine Darstellung zusätzlicher Wohnbauflächen nicht erforderlich.

Änderungen hat der Planungsausschuss außerdem in Wuppertal, im Rhein-Kreis Neuss sowie in den Kreisen Kleve, Mettmann und Viersen auf den Weg gebracht. Daneben soll es aufgrund der Rückläufe aus dem Verfahren eine Vielzahl redaktioneller und kleinteiliger Anpassungen an den Unterlagen geben, die keine andere zeichnerische Darstellung erfordern. Eine erneute Offenlage des Maßnahmenpakets ist derzeit für den Zeitraum von Anfang Dezember 2019 bis Mitte Januar 2020 geplant.

Die Bezirksregierung soll mit der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR) zusammenarbeiten, um den Strukturwandel im Braunkohle-Abbaugebiet zu einer klimaneutralen Modellregion auf die Gleise zu bekommen. Dieser Auffassung ist die CDU im Regionalrat Düsseldorf. Gemeinsam mit der Fraktion FDP/FW hat sie deshalb für die Sitzung am 12. Dezember einen Antrag formuliert, der die Koordination zum Ziel hat.

Der Regionalrat hatte im April einstimmig die Planungsbehörde gebeten, einen Masterplan zur Entwicklung des künftig nicht mehr unter Bergrecht liegenden Raums des Rheinischen Reviers zu erarbeiten. „Mittlerweile hat die ZRR aber mit den sogenannten Revierknoten einen Beratungs- und Beteiligungsprozess auf den Weg gebracht, der sich genau damit befasst“, so CDU-Fraktionschef Hans Hugo Papen. Um eine doppelte Bearbeitung des Themas zu vermeiden, wird die Bezirksregierung jetzt gebeten, sich aktiv in die Arbeit insbesondere des Revierknotens „Raum“ einzubringen, dem Planungsausschuss quartalsweise zu berichten und die Auffassungen in den „Raumbildprozess“ der ZRR einzubringen.

„Von einer eigenen Masterplan-Erstellung kann vor dem Hintergrund dieser Verfahrensweise derzeit abgesehen werden“, so Dirk Brügge, der Geschäftsführer der Union. Er sieht „gute Gründe“ für eine Koordination mit der ZRR: „Die gewaltigen Veränderungen, die uns bevorstehen, sind nicht nur große Herausforderungen für die künftige Entwicklung, sondern beinhalten auch die einmalige Chance einer zukunftsfähigen Neuordnung des Raumes. Dies kann nur in gemeinsamer Verantwortung und mit enormen Anstrengungen in räumlicher, inhaltlicher und finanzieller Hinsicht gelingen.“ Der Strukturwandel müsse von einem großen politischen und gesellschaftlichen Konsens getragen werden, wenn er dauerhaft erfolgreich sein solle.

„Es ist daher zwingend erforderlich, die politischen Akteure, Vertreter der Wirtschaft, der Arbeitnehmer und weitere gesellschaftliche Gruppen und ganz besonders die Städte und Gemeinden in diesen Prozess einzubeziehen. Zudem erfordert die Gestaltung einer erfolgreichen Wirtschaftsregion neben der Weiterentwicklung der vom Bergbau geprägten Industrieflächen eine regional abgestimmte Standortprofilierung zur Ansiedlung von Zukunftstechnologien“, so Thomas Weiter, CDU-Regionalratsmitglied aus der vom Tagebau betroffenen Stadt Jüchen. Er spricht vom Revier als „der größten Landschaftsbaustelle Europas“.

Für die Regionalratsfraktion der Union gilt es, „den räumlichen Wandel so zu gestalten, dass neue Standortqualitäten für Wohnen und Arbeiten entstehen“. Dazu bedürfe es eines gemeinsamen Vorgehens. Die Politiker sehen in einem abgestimmten Konzept insbesondere als Wirtschafts- und Strukturprogramm die richtige Weichenstellung zur Bewältigung des Strukturwandels. „Eine Zusammenarbeit mit der Zukunftsagentur ist dabei ein entscheidender Schritt, um vorhandene Planungen zusammenzuführen und zusätzlichen Flächenbedarf aus regionaler Sicht zu integrieren“, heißt es, denn der Strukturwandel kann nur gelingen, wenn es ein gutes Angebot an Gewerbe- und Industrieflächen mit einer guten Infrastruktur gibt.

Eine positive Zwischenbilanz über die Arbeit im Regionalrat Düsseldorf zog jetzt die CDU-Fraktion unter Vorsitz von Hans Hugo Papen. „Wir haben klare Rahmenbedingungen geschaffen, was sowohl der Bevölkerung als auch den Kommunen und der Wirtschaft Planungssicherheit gegeben hat“, so der Politiker aus Rheurdt am Niederrhein. Besonders die Unterstützung der Kommunen bei der Schaffung von Wohn- und Gewerbeland sowie die Berücksichtigung der Belange von Natur- und Umweltschutz zählt er zu den Punkten auf der Habenseite.

Die Regionalrats-CDU hat dafür gesorgt, dass schützenswerte Biotope und Biotopverbünde unter Schutz gestellt werden und zudem den Belangen der Landwirtschaft Rechnung getragen wird. „Der Regionalplan stellt etwa Naturschutz, Freiraumschutz und Landwirtschaft in ein ausgewogenes Verhältnis“, resümiert Dirk Brügge aus Neuss, der Geschäftsführer der Union, und damit werde auch ein wichtiger Beitrag fürs Klima geleistet.

Auf die Forderung der CDU hin hat der Regionalrat auch zahlreiche Regeln gestrichen, die die Kommunen gegängelt hätten. „Wir sind davon überzeugt, dass die Städte und Gemeinden ihre Belange am besten regeln und verantwortungsvoll ihr Gemeinwesen gestalten“, so Manfred Läckes und Michael Müller, die aus Krefeld beziehungsweise Wuppertal stammenden „Vize“ der Regionalrats-CDU. Dies gelte etwa für die sogenannten Windkraft-Vorrangzonen, die der Regionalrat auf das nach dem Landesentwicklungsplan unbedingt notwendige Maß beschränkt hat. „Es wird den Städten und Gemeinden überlassen, weitere Zonen im Konsens mit den Menschen vor Ort zu gestalten“, heißt es bei den Christdemokraten. „Die Energiewende gelingt schließlich nur gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung und nicht staatsdirigistisch wie im Landesentwicklungsplan der früheren rot-grünen Regierung in Düsseldorf“, ist sich die Fraktion einig.

Der Landesentwicklungsplan stärke nun bewusst die ländlichen Regionen und entlaste auf diese Weise die mitunter stark unter Druck stehenden Städte, ist die Regionalrats-CDU überzeugt. „In der Landes- und damit auch Regionalplanung gibt es nun wieder ein Gleichgewicht zwischen gesunder wirtschaftlicher Entwicklung und ökologischer Nachhaltigkeit. Dies gewährleistet mehr Planungs- und Investitionssicherheit in Stadt und Land“, so die zuständigen Politiker.

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