Mit der 22. Änderung des Regionalplans im Gebiet der Stadt Grevenbroich hat der Regionalrat Düsseldorf den Weg frei gemacht für ein Leuchtturm-Projekt des Strukturwandels im Rheinischen Revier: Aus dem ehemaligen Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf soll ein Zentrum der Digitalbranche werden. Im bisher rechtskräftigen Regionalplan war die 58 Hektar große und fast vollständig versiegelte Fläche als Bereich für gewerbliche und industrielle Nutzungen festgelegt. Durch die Festlegung eines Allgemeinen Siedlungsbereichs für Gewerbe stellten die Politiker nun unter dem letztmaligen Vorsitz von Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) die Weichen für das Projekt.

„Mit dem Wandel vom Kohlekraftwerk zum digitalen Innovationsstandort entsteht in Frimmersdorf nicht nur ein neues Kapitel der regionalen Wirtschaftsgeschichte. Das Projekt sendet auch ein starkes Signal für einen erfolgreichen und nachhaltigen Strukturwandel weit über die Grenzen des Reviers hinaus“, so Ewald Vielhaus, der stellvertretende Vorsitzende des CDU­-Regionalratsfraktion. „Vom Symbol der Energiegewinnung des 20. Jahrhunderts wird das Kraftwerk zum Ausrufungszeichen der Digitalwirtschaft im 21. Jahrhundert. Der Rückbau auf der nördlichen Kraftwerksfläche hat begonnen, aber die 550 Meter lange Maschinenhalle bleibt als Herzstück des Areals erhalten – und erhält eine völlig neue Zukunft", erklärt Dirk Brügge, der Geschäftsführer der Regionalrats-CDU.

In enger Abstimmung mit der industriekulturellen Denkmalpflege entsteht auf dem Kraftwerksgelände ein innovativer Nutzungsmix: moderne Büroflächen, leistungsstarke Rechenzentren sowie ein Denkmalpfad des Landschaftsverbands Rheinland. Rund um die Halle sollen auf 49 Hektar neue, digitalorientierte Unternehmen angesiedelt werden. Besonders die freigeräumte Nordfläche spielt eine Schlüsselrolle: Dort ist die Ansiedlung eines Hyperscale-Rechenzentrums geplant, das direkt an ein überregionales Datendrehkreuz angebunden werden soll. „Diese leistungsstarke Infrastruktur macht den Standort zu einem der vielversprechendsten Digital-Hubs der Region“, heißt es bei der CDU im Regionalrat.

Um die Entwicklung des Areals gezielt voranzutreiben, wurde die Zukunfts.Kraftwerk Frimmersdorf Strategie GmbH gegründet. Die Gesellschaft, getragen vom Rhein-Kreis Neuss und der Stadt Grevenbroich mit jeweils 45 Prozent sowie NRW.URBAN mit zehn Prozent, hat das Ziel, die freiwerdenden Flächen nachhaltig, wirtschaftlich und zukunftsorientiert zu entwickeln. Unter dem Projektnamen „CoaI2Cloud“ verfolgt die Strategiegesellschaft das Ziel, Bauland speziell für Unternehmen der Digitalbranche zu schaffen – mit hohem technologischem Anspruch und entsprechender Wertschöpfungskraft. Das Leitbild lautet „Vergangenheit trifft Zukunft“. So soll ein Zentrum für digitale Innovation, Forschung, Entwicklung sowie kulturelle und gewerbliche Nutzungen entstehen.

Der Standort blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück. Schon 1926 wurde in Frimmersdorf das erste Braunkohlekraftwerk in Betrieb genommen. Das spätere Kraftwerk Frimmersdorf II, ab 1955 errichtet, war mit seiner Maschinenhalle und insgesamt 14 Blöcken zeitweise das größte Wärmekraftwerk der Welt. Die letzten beiden Blöcke gingen 1966 und 1970 ans Netz. Bis Mitte 2028 sollen die Rückbauarbeiten vollständig abgeschlossen sein.

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