Welchenberg: Regionalrats-CDU kritisiert den Grevenbroicher SPD-Bürgermeister

Erstellt: Mittwoch, 03. März 2021 15:00

„Einen Schlingerkurs beim Strukturwandel im Braunkohlerevier“ wirft die CDU-Fraktion im Regionalrat Düsseldorf dem Grevenbroicher Bürgermeister Klaus Krützen (SPD) vor. Konkreter Anlass ist die Diskussion über das Vorhaben, im Regionalplan eine Fläche unterhalb des Welchenbergs für eine gewerbliche Nutzung auszuweisen. „Der Bürgermeister und, ihm folgend, der Stadtrat, haben die Bezirksregierung und den Regionalrat Ende 2019 ausdrücklich darum gebeten, das Areal regionalplanerisch in eine Gewerbefläche umzuwandeln. Nach nur etwas mehr als einem Jahr wollen sie davon aber schon nichts mehr wissen. Das ist das Gegenteil von seriöser Politik“, moniert CDU-Fraktionschef Hans Hugo Papen.

   Thomas Welter, Regionalratsmitglied der Union aus Grevenbroich, schlägt in die gleiche Kerbe: „Die Initiative für die Regionalplan-Änderung für RWE-Flächen im Umfeld des Kraftwerks Frimmersdorf kam eindeutig von Herrn Krützen. Und nun schlägt er sich nach den ersten Protesten aus der Bürgerschaft nicht nur in die Büsche, sondern spielt sich auch noch als Retter des Geländes auf.“ Krützen hatte in einem öffentlichkeitswirksamen Schreiben an die Bezirksregierung appelliert, auf das Projekt zu verzichten.

   Konkret geht es um einen Landstreifen vom RWE-Revisionsparkplatz bis zum Kleinfelderhof unterhalb des Welchenbergs am Grevenbroicher Ortsteil Neuenhausen, gegen dessen gewerbliche Nutzung Bürgerinnen und Bürger Front gemacht haben. Daraufhin haben sich die CDU-Landtagsabgeordnete Heike Troles, Thomas Welter, Dirk Brügge, der Geschäftsführer der CDU-Regionalratsfraktion, und CDU-Ratsfrau Sabrina Nevermann mit Vorstandsmitgliedern des Fördervereins „Neuenhausen heute und morgen“ getroffen, die betroffene Fläche angeschaut und darüber diskutiert. Derzeit sind die entsprechenden Pläne in der Offenlage.

   „Wir werden das Für und Wider und insbesondere die Argumente der Neuenhausener Bürgerschaft ernsthaft prüfen, uns intensiv mit allen Punkten auseinandersetzen und dann eine Entscheidung treffen“, heißt es in der Regionalratsfraktion der Union. Was aber gar nicht gehe, sei „das unverantwortliche Lavieren“ des SPD-Bürgermeisters. „Er hat das Verfahren angestoßen, und im Regionalrat erwarten wir, dass er sich genau überlegt, was er will, bevor erhebliches Geld der Steuerzahler für die Untersuchung einer Regionalplan-Änderung ausgegeben wird“, so Papen und Welter. „Herr Krützen zeigt einmal mehr, dass er keinen Kompass hat und keine Idee, wie der Strukturwandel im Einklang mit Umwelt- und Klimaschutz gelingen soll. So schadet er der Stadt und der ganzen Region“, kritisieren die Christdemokraten.

   Ins Bild dieser desaströsen Wirtschaftspolitik passe die Meldung, dass die Stadt Grevenbroich nicht in der Lage sei, der Firma Baladna, einem führenden Hersteller und Verkäufer arabischer Lebensmittel, eine dringend benötigte Gewerbefläche zur Expansion anzubieten. „Dieser Bürgermeister vernichtet Arbeitsplätze“, lautet das wenig schmeichelhafte Fazit der Regionalrats-CDU.